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Tips und Hinweise zur Gestaltung von Internet-Auftritten

Flash

Mit Hilfe von Flash werden sogenannte vektorbasierte Animationen auf Webseiten realisiert. Bevor man derartige Seiten nutzen kann, muß sich auf dem jeweiligen Rechner ein entsprechendes Plugin befinden, unter dessen Kontrolle derartige Anwendungen ausgeführt bzw. abgespielt werden.

Flash bietet für den jeweiligen Internet-Auftritt eine Fülle von Möglichkeiten, die den Zugang für Blinde und Sehbehinderte versperren können. So bestehen Verfahren, die Internet-Seiten in der Form aufzubereiten, dass diese über einen rein graphischen oder pixelorientierten Inhalt verfügen. Das betrifft nicht nur Bilder sondern auch Texte, deren Aufbereitungsverfahren keinem normalen Schriftmodus entsprechen. Zahlen, Buchstaben und Satzzeichen werden regelrecht auf dem Schirm gezeichnet, und das ist exakt der Umstand, welcher Screenreader zumindest im Rahmen der aktuellen Hilfsmittelgeneration vor eine schwierige Aufgabe stellt. Sprachausgaben schweigen, Braillezeilen übermitteln meist noch nicht den Inhalt des Internet-Auftrittes.

Bei Flash handelt es sich um kein rein optisches Präsentationsverfahren. Es können auch akustische Effekte aufbereitet werden, was bis zum Abspielen von echten Hördarbietungen führt. Es mag widersprüchlich erscheinen, wenn man in Betracht zieht, mittels Flash ein akustisches Internet-Angebot für Blinde zu entwickeln. Theoretisch ist eine derartige Möglichkeit nicht auszuschließen. Hierbei wäre sogar die Existenz einer Braillezeile oder speziellen Sprachausgabe nicht unbedingt erforderlich. Derartige Ideen sind zur Zeit jedoch wirklich reine Theorie. Eine entsprechende Umsetzung ist nicht trivial. Ich habe bislang alle Urheber dieser Ideen angeschrieben. Meist blieben meine Fragen unbeantwortet, und das sogenannte "Portal für Blinde", das mittels Flash realisiert ist, gibt es bislang nicht.

Die hier beschriebene Situation scheint sich allerdings in naher oder weiterer Zukunft etwas zu entspannen. Das neue Flash-Release MX 6.0 verfügt nämlich über eine MSAA-Schnittstelle. Diese erlaubt den Screenreadern, alle erforderlichen Informationen eines Flash-Filmes abzugreifen. Dabei handelt es sich vorerst um Zukunftsmusik, denn die Screenreader müssen zunächst einmal an die neuen MSAA-Standards angepaßt werden, wobei nicht absehbar ist, wann die Entwickler der Hilfsmittelsoftware dies realisieren. Es ist nicht auszuschließen, dass dies bei verschiedenen Anbietern noch Jahre dauern kann. Eine von 2 positiven Ausnahmen bildet hierbei der in Deutschland recht unverbreitete Screenreader Window Eyes, der bereits mit Flash umgehen kann. Allerdings verfügt dieses Produkt über Löcher, welche die gängigen Hilfsmittel abdecken. Das Ausweichen auf diese Software ist somit keine grundsätzliche Lösung des Problemes.

Die zweite Chance stammt von der Firma Frank Audiodata. Dort hat man die Software WEBFORMATOR im Rahmen der Version 1.3 für Flash geöffnet. Abgesehen davon, dass der WEBFORMATOR Blinden und Sehbehinderten den Weg zu Flash-Anwendungen öffnet, bietet das Tool noch weitere interessante Aspekte. Der WEBFORMATOR kann kostenlos zur allgemeinen Benutzung heruntergeladen werden. Außerdem ist das Programm mit Hilfsmitteln anderer Hersteller kompatibel. Man muß somit nicht unbedingt Produkte der Firma Frank Audiodata im Einsatz haben, um den WEBFORMATOR verwenden zu können.

Obwohl die aktuelle Situation abgesehen von den genannten Produkten vielleicht noch recht unbefriedigend wirkt, stecken in der Aktivität von Macromedia, alle erforderlichen Informationen für eine MSAA-Schnittstelle freizugeben, recht aussichtsvolle Chancen und Tendenzen.

An dieser Stelle soll die Bitte an alle WEB-Designer geäußert werden, im Rahmen von Internet-Auftritten vorerst nur Flash einzusetzen, wo es um echte Animation geht. Bei der Darstellung von reinen Informationen sollte dringend auf Flash verzichtet werden, sofern man Wert darauf legt, das jeweilige Angebot für alle zu öffnen.

Sehgeschädigten Computernutzern gebe ich in diesem Zusammenhang den Tip, trotz aller widrigen Einsatzmöglichkeiten von Flash dennoch das entsprechende Plugin auf dem benutzten Rechner zu installieren. Falls dies noch nicht geschehen ist, erhalten Sie beim Zugriff auf eine Seite, für dessen Nutzung ein entsprechendes Plugin erforderlich ist, eine Abfragemaske, ob Sie der Installation von Macromedia vertrauen wollen. Diese Frage können Sie beruhigt mit "ja" beantworten, indem der entsprechende Knopf betätigt wird, um die Installation der automatisch heruntergeladenen Routine zu starten. Auf diese Weise brauchen Sie auf zusätzliche Audio-Beigaben im Rahmen von Internet-Angeboten nicht mehr zu verzichten.

1999 © Copyright by Matthias Hänel, Norderstedt
Letzte Änderung 13.7.2003