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Mit Blindenschrift und Computer ins Internet

Wichtige und praktische Internet-Dienste

Übersicht

E-Mail

Als besonders praktisch und zweckmäßig hat sich der Internet-Dienst E-Mail erwiesen. Hier fallen viele Dinge weg, die bei der Abwicklung des konventionellen Postweges sehr mühsam sind:

Darüber hinaus kann man als Blinder oft nicht die empfangenen Briefe lesen, denn nicht jeder Korrespondent ist in der Lage, den zu versendenden Brief in Blindenschrift zu verfassen. Dagegen ist der Empfang und das Versenden von E-Mails sehr unkompliziert. Auf diese Weise haben sich mittels dieses Verfahrens regelrechte Brieffreundschaften aufgebaut, wobei es für den technischen Ablauf keine Rolle spielt, ob man blind ist oder sehen kann. Außerdem sind immer mehr öffentliche und private Institutionen in der Lage, Mails zu empfangen und zu versenden.
Akustische Demonstration wie Blinde Mails empfangen und versenden

Mailinglisten

Von vielen Sehgeschädigten wurde auch die Einrichtung sogenannter Mailinglisten gut angenommen. Dies bietet sich besonders an, wenn im Rahmen größerer Gruppen ein Erfahrungs- oder Gedankenaustausch betrieben werden soll. Mailinglisten kann man sehr gut mit dem Internetdienst NEWS vergleichen, wobei Blinden auch das sogenannte USENET offen steht, sofern die benutzten Mail-Clients dies unterstützen und richtig eingestellt sind.

Mailprogramme

Um E-Mail, Mailinglisten und NEWS abzuwickeln, benötigen Sehgeschädigte keine speziell für sie angefertigte Software. Man benutzt im Regelfall Programme, welche die Allgemeinheit verwendet. Dies ermöglichen die in den vorigen Abschnitten beschriebenen Hilfsmittel wie Braillezeile, Sprachausgabe und Screenreader. Die Benutzung von allgemein gebräuchlichen Clients betrifft übrigens auch noch weitere in dieser Rubrik erläuterte Internet-Dienste.

Abhängig vom jeweils verwendeten Betriebssystem kann man diverse zweckmäßige Mail-Programme auswählen. Anwender von UNIX können sich für MAIL oder ELM entscheiden, und Nutzern eines WINDOWS-Betriebssystemes steht OUTLOOK oder OUTLOOK EXPRESS offen. Selbst diejenigen, die Microsoft-Produkte verweigern, nutzen MOZILLA THUNDERBIRD oder THEBAT, denn Screenreader unterstützen auch diese Pakete.

FTP

FTP ist ebenfalls ein Internet-Dienst, der Blinden viele Möglichkeiten eröffnet. Hiermit kann man sich sowohl öffentliche als auch geschützte Dateien im Netz besorgen. Wer Windows nutzt, findet das FTP-Programm unmittelbar im Systemverzeichnis.

CHAT

Auch Chats und Internettelefonie gewinnen für Blinde zunehmend an Bedeutung. Das Programm MESSENGER läßt sich beispielsweise von Sehgeschädigten gut bedienen. JAWS unterstützt ab Version 10 den MSN von YAHOO. Ich persönlich empfehle das für Internet-Telefonie entwickelte Programm SKYPE. Hierüber ist neben der Telefonie auch ein schriftlicher Chat möglich. Weiterhin gibt es den internationalen Dienst namens For the People, wo nach Themen geordnet vorwiegend für Sehgeschädigte Chaträume eingerichtet sind, in denen sich größere Personengruppen bzw. gleichzeitig viele Internetteilnehmer aufhalten können, um miteinander zu kommunizieren.

WORLD WIDE WEB (WWW)

Bezüglich moderner Informationsbeschaffung hat in den letzten Jahren das World-Wide-WEB (WWW) zunehmend an Bedeutung gewonnen. Hier kann man sich Einblicke in Zeitungsartikel, Telefontarife, Bahn- und Flugverbindungen, Nachschlagewerke, Selbstdarstellungen und vieles mehr verschaffen. Das WWW ist somit ein bedeutender Ersatz für konventionelle Printmedien, wobei aber auch zusätzlich neue Kommunikationsplattformen entstanden sind. Viele Blinde sprechen in diesem Zusammenhang von einem Gewinn, denn nicht nur für sehende Personen sind hierdurch viele neue Möglichkeiten entstanden. Es gibt z.B. immer häufiger sogenannte Messageboards sowie Kontakt- und Kennlernbörsen. Hierdurch steigen in unterschiedlichen Themenbereichen die Chancen des Erfahrungsaustausches und der Kontaktaufnahme. Weiterhin hat das Homebanking stark an Bedeutung gewonnen, was bei blinden Menschen neue Wege der Unabhängigkeit geschaffen hat.

WEB Radio

Radio- und Fernsehsender mittels Funkübertragung über den Äther oder das Breitbandkabel zu empfangen, bedarf an dieser Stelle keiner besonderen Erwähnung, denn besagtes Verfahren der Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen wird seit Jahrzehnten mit Erfolg praktiziert. Jedoch nutzen öffentliche und private Sender zur Verbreitung ihrer Programme und Sendungen inzwischen das Internet. Die Tendenz ist hierbei steigend.

So ist es möglich, mittels des Computers Radiosender rund um den Erdball zu empfangen. Die Empfangsqualität ist dabei beachtlich. Auch entfernt gelegene Sender kann man ohne Rauschen, Knacken und Fading mit einem erstaunlichen Niederfrequenzspektrum hören. Das hierbei eingesetzte Übertragungsverfahren wird Live Streaming genannt. Zur Auswahl der im Internet verfügbaren Sender kann man sich auf einem speziellen WEB-Auftritt informieren.

Es ist nicht sehr schwierig, den Computer um die beschriebene Funktionalität zu erweitern. Neben einem Internet-Zugang muß der verwendete Browser um ein PLUG IN erweitert werden, oder man installiert auf dem Rechner einen Player wie den WINDOWS MEDIA PLAYER oder den WINAMP, wobei diese Software oft schon vorhanden ist. Die meisten Anbieter von Programmen bieten die erforderliche Software auf ihren WEB-Auftritten an. Darüber hinaus wurde für blinde und sehbehinderte Computernutzer ein Programm namens KLANGO PLAYER entwickelt, mit dem sich Radiosender aus dem Netz relativ unproblematisch abspielen lassen.

1999 Copyright by Matthias Hänel, Norderstedt
Letzte Änderung 29.11.2010