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Windows-Zugang für Blinde

Notreparaturen

Einführung

Die auf meiner Internetseite beschriebenen Hilfsmittellösungen, die dem Blinden den Zugang zu einem Computer ermöglichen, können ihre Aufgaben leider nur abwickeln, sofern der Zustand des Betriebssystemes einwandfrei ist. Bekanntlich gibt es genügend Gründe dafür, dass ein Rechner nicht reibungslos startet, oder bestimmte Funktionalitäten nicht oder eingeschränkt zur Verfügung stehen. In diesem Fall ist es nicht auszuschließen, dass die beschriebenen Hilfsmittelprogramme namens Screenreader streiken, was den Sehgeschädigten in eine ausweglose Situation versetzen kann, wenn beispielsweise die Sprachausgabe stumm bleibt, oder die Braillezeile versagt. Wir wissen alle, wie schnell Viren das System verderben, oder voreilige Veränderungen in der Registry zu Inkonsistenzen im System führen! Deshalb sollte die Wahrscheinlichkeit unerwarteter Störungen nicht unterschätzt werden!

Normalerweise sind in diesen Situationen Blinde auf die Hilfeleistungen von sehenden Familienmitgliedern, Freunden oder Unternehmen angewiesen. Da Zeit, Geld oder Hilfsbereitschaft oft knapp ist, sollte auch der Sehgeschädigte Vorkehrungen treffen, sich im Rahmen dieser Pannen selbst zu helfen, oder zumindest den Umfang notwendiger Unterstützungsmaßnahmen in Grenzen zu halten.

Regelmäßige Sicherungen der Daten

Das Konzept meiner vorgeschlagenen Selbsthilfemaßnahme basiert auf kontinuierliche Sicherungen der Festplatte bzw. einzelner Partitionen, die natürlich nur getätigt werden sollten, wenn sich das System in einem ordentlich lauffähigen Zustand befindet. Im Problemfall greift man auf eine angelegte Sicherung zurück und überträgt diese in die verwendete System- bzw. Datenpartition, was in Fachkreisen auch Restore genannt wird. Nach diesem so genannten Restore kann der Computer wieder normal verwendet werden. Natürlich ist es hierbei wichtig, eine neue Sicherung (backup) nach bedeutenden Änderungen auf dem Computer anzulegen.

Die Software DRIVE SNAPSHOT

Leider können Blinde mit ihren Hilfsmitteln nicht jedes auf dem Markt befindliche Sicherungsprogramm verwenden. Aus diesem Grund empfehle ich DRIVE SNAPSHOT von Thom Ehlert. Mit dieser Software können Blinde problemlos selbständig arbeiten. Die Sicherungen erstellt man unter WINDOWS. Hierbei wird in einer Bildschirmmaske eingetragen, welches Laufwerk zu sichern ist, und wo die hieraus entstehende Sicherungsdatei gespeichert werden soll. Eine Rückspielaktion läuft ähnlich ab. Hierbei wird nach der endgültigen Aufforderung des zurückspielens der Computer neu gestartet, wobei die eigentliche Restaurierung im sogenannten abgesicherten Modus erfolgt, denn normalerweise unterliegen diverse Systemdateien einem exklusiven Zugriff.

Jedoch kann man dieses Verfahren nur unter der Voraussetzung anwenden, sofern das Betriebssystem noch lauffähig ist. Anderenfalls sind ein wenig kompliziertere Mittel notwendig, um das System mittels Restore zu reparieren.

Defektes Betriebssystem

Sofern der Computer nicht mehr ordnungsgemäß hochfährt, muß das zurückspielen unter DOS oder LINUX abgewickelt werden.

Datenträger für DOS oder LINUX

Man kann hierfür auf folgende Speichermedien zurückgreifen:

Von welchem Speichermedium beim Hochfahren der Computer nach Ausfall der Standardpartition das Betriebssystem laden soll, muß im BIOS einmalig eingetragen werden. Diese Tätigkeit kann der Blinde bzw. Sehbehinderte leider nicht selbständig abwickeln, da BIOS-Einträge nur zu einem Zeitpunkt vorgenommen werden können, bevor Braillezeilen und Sprachausgaben ihre Arbeit beginnen. Man benötigt somit ausnahmsweise eine sehende Hilfskraft.

2 WINDOWS-Betriebssysteme auf einem Rechner installieren

Alternativ zur DOS-Lösung besteht die Möglichkeit, eine 2. WINDOWS-Installation vorzunehmen, auf der natürlich auch der eingesetzte Screenreader noch einmal einzurichten ist. Dieses Verfahren wird zunehmend interessant, da zugegebener Weise die Abwicklung mittels DOS mit einigen Restriktionen und Schwierigkeiten verbunden ist, denn Treiber für Braillezeilen sowie Diskettenlaufwerke verschwinden zunehmend vom Markt. Falls ein 2. Betriebssystem auf einem Rechner eingesetzt wird, ist ein sogenannter Boot-Manager notwendig, mit dessen Hilfe beim Hochfahren des Rechners eine Auswahl zwischen beiden Betriebssystemen getroffen werden muß.

Datenträger für die Sicherungsdateien

Die Sicherungsdateien müssen auf einer separaten Partition oder noch besser einer logisch getrennten Festplatte abgelegt werden. Falls nämlich der Computer durch einen Überspannungsschaden zerstört wird, und sich die Datensicherung an einem anderen Ort befindet, ist der Begriff "Datensicherung" wahrlich gerechtfertigt. Die Partition, in der die Sicherungsdateien abgelegt werden, sollte man unter dem Dateisystem "FAT32" erstellen, insbesondere wenn nicht auszuschließen ist, einen Restore unter DOS abzuwickeln.

Mailingliste zwecks Support

Da das Aufspielen von DOS auf Diskette, CD-ROM oder USB-Stick sowie die Einrichtung eines 2. WINDOWS-Systemes, eines Boot-Managers und der Umgang mit der Sicherungssoftware nicht immer trivial ist, und eine detaillierte Erläuterung den Rahmen dieses Abschnittes sprengen würde, empfehle ich eine Mailingliste. Dort können alle Fragen gestellt werden, deren Beantwortung nicht aus diesem Abschnitt hervorgeht.
Mailingliste SNAPSHOT bei BLINDZELN

Deutschsprachige Anleitung zum Einstieg

Diese Anleitung ist für Einsteiger sehr empfehlenswert und nützlich. Sie ist bei BLINDZELN per Mail erhältlich. Schreiben Sie einfach eine Mail! Der Inhalt der Betreffzeile sowie der eigentlichen Mail ist bedeutungslos.

Bezugsquelle der Sicherungssoftware

DRIVE SNAPSHOT

1999 © Copyright by Matthias Hänel, Norderstedt
Letzte Änderung 14.11.2012