Beeinflussen Sie selbst die Darstellung!

Normale Farbdarstellung    Klein     Mittel     Groß
Inverse Farbdarstellung      Klein     Mittel     Groß

 
Startseite > Tips und Hinweise zur Gestaltung von Internet-Auftritten > Aufbereiten und Lesen von Tabellen
 

ACCESSIBILITY-Page

Tips und Hinweise zur Gestaltung von Internet-Auftritten

Aufbereiten und Lesen von Tabellen

Im Internet werden nicht selten Informationen tabellarisch dargestellt. Auf dem Bildschirm erscheint hierbei eine mehrdimensionale Übermittlung gleichartiger Daten. In den folgenden Ausführungen möchte ich zum besseren Verständnis nur auf eine zweidimensionale Aufbereitung von Tabellen eingehen.

Wer mit dem Auge liest, hat sich eine geeignete Routine angeeignet, um auf Basis von Zeile und Spalte der jeweiligen Datenzelle eine entsprechende Bedeutung zuzuordnen. Erläuternde Beschriftungen am vertikalen bzw. horizontalen Tabellenrand leisten hierbei noch zusätzliche Unterstützung. Die wesentliche Voraussetzung der schnellen Tabellenanalyse ist jedoch der Umstand, dass Menschen mit ihren Augen gleichzeitig ein großes Umfeld erfassen können.

Blinde haben in diesem Zusammenhang extrem schlechte Voraussetzungen, denn eine Fingerspitze, welche die Zeichen erfassen soll, kann nur einen geringen Ausschnitt des Lesestoffes wahrnehmen, genau genommen ist es nur ein Zeichen, das man zum gleichen Zeitpunkt erfaßt bzw. ein Wort, das die Sprachausgabe übermittelt. Im Prinzip wird während des Lesens der Zusammenhang im Gehirn zusammengesetzt. Sicherlich kostet dieser Umstand dem Blinden Zeit und Konzentrationsaufwand. Wenn aber behauptet wird, ein Blinder könne keine Tabellen lesen, muß diese Aussage relativiert werden.

Ursprünglich war es schwierig oder nahezu unmöglich, mittels eines Sprachausgabesystemes Tabellen auszulesen. Diese Systeme lesen zwar meist einwandfrei den Inhalt eines Bildschirmes vor, jedoch unterblieben bislang Informationen über die räumliche Zuordnung der Zeichen auf dem Bildschirm. Inzwischen sind aber einige Entwickler von Screenreadern auf die speziellen Belange der Tabellen eingegangen, indem man dem Sehgeschädigten eine Art Tabellennavigation anbietet. Hierbei sind die Systeme WEBFORMATOR, IBM Homepage Reader und JAWS betroffen. Man navigiert mittels der Betätigung von Tastenkombinationen durch die Tabelle.

Etwas anders sind die Rahmenbedingungen bei der Nutzung von Braillezeilen. In diesem Fall besteht zumindest die Möglichkeit einer horizontalen Zuordnung, denn auf den Brailledisplays werden abgesehen von der Schriftform die Originalzustände der Zeilen dargestellt. Lediglich die vertikale Dimension muß man durch Auf- bzw. Abwärtsschaltung mittels der Braillezeile nachvollziehen.

Somit können blinde Computernutzer, auch wenn es mühsam ist, Tabellen mit einer Sprachausgabe oder Braillezeile lesen. Leider ist der noch häufig eingesetzte Browser LYNX nicht in der Lage, Tabellen ordentlich aufzulösen. Da haben Anwender von Screenreadern unter Windows, die allgemein gebräuchliche Browser einsetzen können, erheblich bessere Voraussetzungen, denn z.B. der Internet Explorer löst die HTML-Tabellenbefehle einwandfrei auf.

Ferner ist es sehr ungünstig, wenn die Breite einer Tabelle mehr als 80 Zeichen einnimmt, denn eine Braillezeile kann abhängig vom eingesetzten Zeilentyp nicht mehr als 40 oder 80 Zeichen darstellen. Tauchen dennoch sehr breite Tabellen auf, erzeugt die Braillezeile einen zusätzlichen im Schriftoriginal nicht existierenden Zeilenumbruch. Das trägt natürlich zur Unübersichtlichkeit für den sehgeschädigten Leser bei. Nutzer von Sprachausgabesystemen unterliegen diesem Limit nicht, denn die Sprache kann theoretisch unbegrenzt darstellen. Dennoch sollte man auch in diesem Zusammenhang den Umfang der Tabellenbreite im Rahmen halten.

1999 Copyright by Matthias Hänel, Norderstedt
Letzte Änderung 20.1.2009